Die doppelt gebrochene Trense - über die Wirkungsweise und Anatomie im Pferdemaul

Ist die doppeltgebrochene Trense das sanftere Mundstück?

Um diese Frage zu beantworten, sollten meiner Meinung nach zumindest zwei Faktoren näher beleuchtet werden, nämlich die Anatomischen und die eigene Reitweise hinsichtlich der Zügelführung.

Die Lage im Pferdemaul

Die Zunge ist sehr voluminös, und ist im Schnitt fast drei mal so breit wie die Auflagefläche der Lade. Am Skelettschädel kann man erkennen, dass lediglich das Mittelstück auf der Auflagefläche zum Liegen kommt, die beweglichen Seitenteile jedoch schon an den Weichteilen zu liegen kommen.

 

Doppelt gebrochene Trense

Die Einwirkung auf die Zunge

Wenn der Reiter nun mit beiden Händen gleichzeitig einwirkt, entsteht an der Lade und den Unterkieferästen eine enorme Klemmwirkung.

Hinzu kommt, dass die doppeltgebrochene Trense "plan" auf der Zunge aufliegt. Die Zunge hat also keine Möglichkeit dem Druck zu entgehen, wie es vergleichsweise bei der einfach gebrochenen Trense möglich wäre, und erfährt eine mehr oder weniger starke Quetschung. Diesen Druck auf die Zunge weist die doppelt gebrochene Trense bereits ohne reiterliche Einwirkung nur dadurch, dass sie im Maul liegt auf.

 

Doppelt gebrochene Trense

 

Die Zunge ist ein hochsensibles Organ.

Der Nervus glossopharyngeus, ein wichtiger Zungennerv, leitet unter anderem Geschmacksempfindungen, Temperatur, Berührungen aber auch Schmerz.

Jeder, der sich schon mal selbst auf die Zunge gebissen hat, wird das nachempfinden können.

 

Das Volumen der Zunge und die fleischigen Lippen sind auch oft irreführend hinsichtlich der passenden Größe des Mundstücke und diese werden vielfach zu groß gewählt. Bei einer Messung von Maulwinkel zu Maulwinkel soll man bei doppeltgebrochenen Trensen immer einen halben Zentimeter abziehen.

 

Diese Faktoren sollten bei der Auswahl des Mundstückes immer berücksichtigt, und mit seiner Reitweise abgeglichen werden.

Die Produktwebung suggeriert vielfach die sanftere Wirkung, und viele Reiter greifen gerade deswegen oft "beherzter" und kräftiger an den Zügel, als sie es vergleichweise bei der einfach gebrochenen Trense tun würden, da hier der Mythos um den "Nussknackereffekt" noch immer vorherrscht.

Dabei gilt auch hier die Hebelwirkung des Weges "Lade zum Genick" zu betrachten. Hier wirken aufgrund der Länge des Schädels enorme physikalische Kräfte auf das Genick des Pferdes ein.

 

 

Grundsätzlich verzehnfacht sich jedes Kilogramm Zügelanzug auf das Genick, und das sollte jedem, egal mit welcher Zäumung er reitet, zu denken geben.

Über die verwendete Zäumung, und seinen Einsatz der zügelführenden Hände.....

copyright Text & Bild: Daniela Schinko, hippovital.at

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