Zielgerichtetes Entwurmen schützt!

Verschiedene Wurmarten, wie Spulwürmer, Pfriemenschwänze, große und kleine Stongyliden, Dasselfliegen oder Magenwürmer können unsere Pferde befallen.

 

Die Würmer schlüpfen als Larve und machen im Zuge ihrer Reifung eine Körperwanderung. Innerhalb der Wanderung können sie in den betroffenen Organen, beispielsweise in der Leber, den Blutgefäßen, der Lunge oder auch im Gehirn oder Rückenmark erheblichen Schaden anrichten.

 

Die Larvenwanderung dauert einige Monate und endet in ihrer Entwicklung zum ausgewachsenen Wurm im Darm des Pferdes. Durchfall, Koliken, aber auch der totale Darmverschluss welcher schlussendlich zum Tod des Pferdes führen kann, sind mögliche Ursachen abhängig vom Verwurmungsgrad des Tieres.

 

Dasselfliegen setzen ihre Larven an den Beinen der Pferde ab. Erkennbar ist das an kleinen gelblichen Punkten, den Eiern der Dasselfliege. Bleiben die Eier unendeckt oder werden vom Besitzer nicht entfernt (abkratzen, Larvenkamm etc.), nimmt das Pferd diese durch den ausgelösten Juckreiz mittels benagen oder lecken an den entsprechenden Stellen auf. Die Larven gelangen über die Maulschleimhaut in die Speiseröhre bis zum Magen, wo sie sich schlussendlich festbeissen und in mehreren Stadien zur Puppe weiterentwickeln.

Der beste Entwurmungszeitpunkt gegen Dasselfliegenlarven ist von Ende November bis Anfang Dezember da hier das Larvenstadium noch vor der Puppe steht. Geeignete Wirkstoffe sind Moxidectin oder Ivermectin.

Bandwürmer können starken Gewichtsverlust, wie massive Koliken verursachen. Aufgrund der besseren Magenverträglichkeit empfiehlt es sich, gegen Bandwurm gesondert zu entwurmen.

Kleine Srongyliden - fast alle Pferde sind von ihnen befallen. Sie leben vorwiegend im Dünndarm des Pferdes, was nicht nur zu einem enormen Nährstoffdefizit, sondern auch zu einer eingeschränkten Darmtätigkeit und daraus resultierender Verstopfung bis hin zu starken Koliken führen kann. Während ihrer Entwicklungszeit kapseln sich kleine Strongyliden vorübergehend ein. Kotproben, die im Oktober oder November entnommen werden, zeigen aufgrund der Einkapselung oft wenig bis gar keine Strongyliden an. Der beste Zeitpunkt zum Entwurmen ist von Februar bis März mit dem Wirkstoff Moxidectin.

 

Um die entsprechenden Würmer bereits im Larvenstadium abzutöten, erweist sich ein zielgerichtetes Entwurmen mit geeignetem Wirkstoff als sinnvoll!

 

Moxidectin wirkt gegen sämtliche Wurmarten, ausgenommen Bandwurm.

Ivermectin wirkt nicht gegen eingekapselte kleine Stongyliden.

Pyrantel wirkt nicht gegen Magenwürmer, Dasselfliegen, eingekapselte kleine Strongyliden und Bandwürmer.

Benzimidazol gleiches Wirkumsspektrum wie Pyrantel.

Praziquantel wirkt ausschließlich gegen Bandwürmer.

 

Zielgerichtet ist gewissermaßen sowohl die selektive, als auch die strategische Entwurmung.

 

Bei der selektiven Entwurmung wird das Pferd erst dann mit dem entsprechenden Präparat entwurmt, wenn mehr als 200 Wurmeier pro Gramm Kot nachgewisien werden. Der Vorteil liegt in der Hemmung der Resitenzbildungen, welche mitunter durch zu häufige Gaben des selben Wirkstoffpräparates entstehen können. Der Nachteil des selektiven Entwurmens stellt aus meiner Sicht dar, dass beispielsweise kleine Strongyliden während sie sich in ihrem natürlichen Entwicklungsstadium einkapseln (Oktober, November) in Kotproben über einige Monate hinweg unbemerkt bleiben. Durch äußere Faktoren, wie beispielsweise Erhöhung der Temperatur oder des Sonnenstandes kann es schlagartig zu einem massenhaften Austritt dieser eingekapselten kleinen Strongyliden kommen. Blutungen, verursacht durch die aus der Schleimhaut ausgetretenen Larven, können je nach Befall sehr star sein und stellen für viele Pferde auch eine Todesursache dar.

 

Bei der strategischen Entwurmung wird 4 mal im Jahr entwurmt. Da diesen planmäßigen Entwurmungen oft keine Kotproben zu Grunde liegen, werden vielfach falsche, oder immer wiederkehrend die selben Präparate in zu niedrigen Dosierungen verabreicht, was zu Resistenzen führen kann.

Bei Pferden bis zum 5. Lebensjahr erweist sich die strategische Entwurmung 4 mal im Jahr als durchaus sinnvoll.

 

Beispiel eines Entwurmungsplanes:

1. Entwurmung: März, Wirkstoff Moxidectin (z.B. "Equest")

2. Entwurmung: Juni, "Noromectin"

3. Entwurmung: September, Ivomectin + Bandwurm (z.B. "Droncit)

4. Entwurmung: Dezember, "Eraquell"

 

Ab dem 5. Lebensjahr können aus meiner Sicht zwei strategische Entwurmungen ( beispielsweise: März eingekapselte kleine Strongyliden, Dezember Dasselfliegenlarven) im Jahr ausreichen, sofern zwischenzeitig Kotproben untersucht werden und gegebenenfalls dann selektiv entwurmt wird.

 

Weidepflege in Form von Vermeidung der Überweidung, sowie Entsorgung des Pferdemistes auf den Koppeln kann den Wurmbefall des Pferdebestandes im Rahmen halten, denn jedes Pferd lebt immer mit einer gewissen Anzahl an Parasiten und kommt, sofern diese nicht überhand nimmt, auch damit zurecht ohne dass der Organismus Schaden nimmt. Auch empfiehlt es sich, das Körpergewicht der Pferde in gewissen Abständen durch wiegen zu überprüfen um falsche oder unzureichende Dosierungen zu vermeiden.

 

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