Erfahrungsbericht Fellsattel

Ich habe mich für das Modell "Premium Plus" aus dem Hause "Christ" entschieden.

 

Der Sattel macht hinsichtlich der Qualität und Verarbeitung einen sehr guten Eindruck. Die mittels Klettverschluss eingesteckten Verbundschaumeinlagen dämpfen die Sattellage gut, und sind genauso wie die Sitzfläche abnehmbar. So ist der Fellsattel gut in der Maschine waschbar. Die Gurtstrippen sind am Sattelblatt vernäht und geben aus meiner Sicht für die meisten Pferde eine optimale Gurtposition her. Im Gegensatz hierzu kann es beim Modell "Iberica" bei bestimmten Pferdetypen dazu kommen, dass die Gurtung zu weit hinten liegt, da diese mehr mittig vernäht ist. Auch erscheinen mir die Gurtstrippen beim Iberica kürzer, was bei kräftigeren Pferden Probleme mit herkömmlichen Kurzgurten geben kann.

 

Als Gurt habe ich erst einen Kurzgurt mit einseitigem Elastikteil gewählt. Aus heutiger Sicht kann ich davon nur abraten, da bei jeglichen baumlosen Sätteln, so auch beim Fellsattel, der in sich schon sehr flexibel und beweglich ist, mitunter mehr Druck auf das Brustbein des Pferdes kommen. Dieser Druck auf das Brustbein kann bei bestimmten Bewegungsabfolgen, wie zum Beispiel im Moment des Angaloppierens auftreten.

Sensible Pferde können hier heftige Reaktionen zeigen. In meinem Fall klemmte das Pferd vorwärts und hat seine Energie statt dessen nach oben, also bockend entladen.

Ich rate also unbedingt, auf jegliche elastischen Einsätze im Gurt zu verzichten. Heute verwende ich einen Lammfellkurzgurt, wobei auch die Form des Gurtes für die korrekte Lage des Sattels ausschlaggebend ist. Die Wahl fiel auf einen Mondgurt, der für Pferde mit voluminösem Rippenbogen ideal ist. Bei der Länge des Gurtes ist wichtig, den Ellbogenbereich des Pferdes frei zu halten, sodass die Schnallen darüber zu liegen kommen.

 

Um keine Druckstellen am Rippenbogen zu versursachen wurde der Sattel mit speziellen Steigbügelriemen, bei denen die Schnalle nach unten weist versehen. Dazu Sicherheitssteigbügel, da der Fellsattel keine Sturzfeder im herkömmlichen Sinne hat.

 

Eine Sattelunterlage ist bei den "Plus-Modellen" anhand der bereits eingearbeiteten Polsterung nicht mehr nötig. Bei Pferden mit unzureichender, oder atrophierter Rückenmuskulatur rate ich prinzipiell zu einem polsterbaren Pad darunter. Die Firma "Grandeur" bietet hier ein breites Spektrum für jeden Anspruch in sehr guter Qualität. Ich habe mich zum Schutze vor Verunreinigungen für ein einfaches Lammfellpad als Unterlage entschieden.

Zum Zwecke des Tests wurde ein sogenanntes "Carola-Pad", ein Knetpad darunter gelegt um etwaige Druckspitzen zu erkennen.

 

Geritten wurde eine ca. 30 minütige Einheit in allen drei Grundgangarten und Seitengängen in Kombination. Das Pferd war bereits von Beginn an sehr gut gelöst und leicht in der Schulter. Aus reiterlicher Sicht, ist der Fellsattel sehr angenehm zu sitzen, zeigt aber Sitzfehler sehr deutlich auf und auch ich hatte zu Beginn damit zu kämpfen. Jegliche Sitzfehler stören das Pferd im Gleichgewicht und sind eine inakzeptabele Belastung für den Bewegungsablauf und Rücken des Pferdes. Grund genug, mich intensiver Sitzschulung zu unterziehen.

 

 

Im Anschluss zeigte das "Carola-Pad" keine nennenswerten Druckspitzen, auch nicht im Bereich der Steigbügelaufhängung., was für mich der hohen Flexibilität des Sattels und der ständigen Bewegung des Reiters zu Grunde liegt.

 

 

Fazit - ich hatte den Fellsattel etwa 9 Monate im ständigen Gebrauch und ihn zwischenzeitig auch vielen Kunden empfohlen. Sei es als Übergangslösung mangels passendem Sattel, oder zum Zwecke der Rehabilitation oder zum Aufbau fehlender Rückenmuskulatur. Ausnahmslos alle Pferde und Reiter waren mit dem Fellsattel zufrieden, sodass er für viele auch zur Dauerlösung wurde.

Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an verschiedenen Modellen diverser Hersteller von denen ich die Marken "Christ" und "Grandeur" empfehle. Seriöse Händler bieten den Kunden Teststättel an, um für sein Pferd und sich selbst das optimale Modell zu finden. Nicht jeder Fellsattel passt auch auf jedes Pferd, es gibt sehr wohl Vorzüge und Nachteile den jeweiligen Pferdetyp entsprechend, und das gilt bei der Auswahl zu berücksichtigen!

 

Für mich stellt der Fellsattel heute noch eine Bereicherung in der Sattelkammer dar, auf die ich nicht mehr verzichten möchte.

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