Was der Schweif über den psychischen und physischen Zustand des Pferdes verrät


Der Schweif des Pferdes dient dem Schutz von Anus und Harnröhre,  der Kommunikation, der Balance und zur Insektenabwehr.

Je nach Haltung des Schweifes vermittelt das Pferd eine Form der Erregung, wenn dieser hoch getragen wird bei gleichzeitig federnden Tritten, ohne dass diese Erregung negativ behaftet sein muss. Man denke dabei beispielsweise an das Imponiergehabe.

Eine Form des Unwohlseins oder der Angst drückt das Pferd durch einklemmen des Schweifes aus, wobei zumeist die Kopfhaltung tief ist.


Schweifschlagen Pferd

 

Das Schweifschlagen während des Reitens oder generell während der Arbeit drückt Unbehagen, Widersetzlichkeit bis zum Schmerz aus und gilt vor allem in der Dressur als Mangel an Losgelassenheit und somit als Ausbildungsfehler.

 

Es gilt jedoch beim Schweifschlagen das Gesamtbild des Pferdes zu betrachten, mit besonderem Augenmerk auf die Muskulatur. Zeigt sich das Pferd allgemein spannig  und schlägt dabei mit dem Schweif, drückt es ohne Zweifel Unbehagen in einer Form aus, die es zu lösen gilt.

Ein Indikator dafür ist oft die angespannte Unterhalsmuskulatur, sowie der festgehaltene Rücken.

 

Einmaliges Schweifschlagen bei sonst losgelassenem Körper würde ich nicht überbewerten.

 

 

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Anatomisch gesehen, gilt der Schweif als Verlängerung der Wirbelsäule da er mit seinen 16-21 Wirbelkörpern an das Kreuzbein anschließt.

Das Kreuzbein besteht aus fünf miteinander verwachsener Wirbel, und hat über den Querfortsatz des ersten Kreuzwirbels eine gelenkige Verbindung, dem Kreuzarmbeingelenk (ISG),  zur Hinterhand.

 


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Hinterhand Muskulatur Pferd

 

 

 

Der Schweif ist demnach unmittelbarer Indikator für den Rücken des Pferdes, aber auch für die Hinterhand!

 

Klemmt das Pferd den Schweif ein, so hält es auch den Rücken fest und kann ebenso ein Hinweis auf muskuläre Verspannungen der Hinterhand sein.

In welch engem Zusammenhang die Muskulatur der Hinterhand mit der des Schweifs steht, verdeutlicht das nebenstehende Bild.

 

Im Zuge der Insektenabwehr ist der Schweif während der Sommermonate oft im Dauereinsatz, und die Schweifmuskulatur dementsprechend gefordert.

Gerade am Schweifansatz zeigen viele Pferde aufgrund des ständigen Schweifschlagens Verspannungen, die sich über die Kruppenmuskulatur bis zum angrenzenden Bereich der hinteren Rückenmuskulatur ausbreiten können. Diese Verspannungen findet man auch im Winter, wenn die Pferde zum Schutz vor der Kälte den Schweif nah an Körper pressen.

 

Die Mobilisation des Schweifs wirkt lösend auf die gesamte Wirbelsäule.

Einfache Massagegriffe und die Dehnung des Schweifs lösen Verspannungen

 

WICHTIGER HINWEIS: droht das Pferd bei der Dehnung des Schweifs oder weicht wiederholt aus, gilt es die Übung sofort zu unterbrechen und gegebenenfalls darauf zu verzichten! Es gilt die gezeigte Dehnungsrichtung einzuhalten, und keinesfalls die Schweifrübe zu hoch zu nehmen zum Dehnen.

 

Im nebenstehenden Clip wird die einfache Schweifmassage, Mobilisation und Dehnung demonstriert.

Wir entschuldigen den kleinen Versprecher zu Beginn und weisen darauf hin, seinen Schmuck, besonders die Ringe an den Fingern abzulegen, bevor das Pferd am Schweif massiert wird.

*wir weisen auf die Gefahrenzone der Hinterhand hin!


Zeigt ein Pferd andauernde Schiefstellung des Schweifs, trägt ihn vermehrt hochgestellt oder weist hartnäckige Verspannungen auf, ist es ratsam das Pferd einem Fachmann zur osteopathischen oder physiotherapeutischen Inspektion vorzustellen um etwaige Blockaden oder Verspannungen zu lösen.



Copyright Text & Bild: Daniela Schinko, Hippovital



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