Huf -Wissen - Funktion und innere Strukturen

 

Hufabszesse, dünne Sohle, "fühlige" Pferde, Stellungsfehler und Gangbildstörungen, brüchiges Wandhorn, im schlimmsten Fall Hufrehe.... Hufprobleme, über die in irgend einer Form nahezu jeder Pferdehalter irgend wann einmal klagt.

 

Viele dieser Probleme sind schlicht weg hausgemacht, und darauf möchte ich in einer darauffolgenden Artikel - Serie zum Thema "ohne Huf kein Pferd" eingehen und meine Sichtweise aus der Anatomie und Biomechanik darlegen. Die Beiträge dienen der Erklärung von Zusammenhängen, und nicht um bearbeitungstechnische "Fachsimpeleien" aufzugreifen.

 

Um Hufprobleme in ihrer Ursache zu erkennen, gilt es sich der Funktion des Hufes bewusst zu sein und seinen Blickwinkel zu ändern.

 

Der Huf ist kein "starrer Klotz" am Bein, sondern ein lebendiges, sich immer wieder erneuerndes Organ!

 

Die Funktion des Hufes

Funktion Hufe

 

Die Durchblutung der inneren Strukturen erfolgt über die sogenannte Blutpumpe. Die Hornkapsel weitet sich wenn das Pferd mit dem Huf auffußt. Dabei weiten sich die Gefäße im Huf, und saugen Blut in den Huf. Beim Abfußen zieht sich die Hornkapsel wieder zu ihrer ursprünglichen Größe zusammen, die Gefäße werden enger und durch den so entstandenen Druck wird das Blut wieder zurück in den Körper gepresst.

Der Rückfluss des Blutes zum Herzen erfolgt über die Hufe - ein Kreislauf, der nicht gestört werden darf!

 

Um die Durchblutung der inneren Strukturen nicht zu stören, gilt es einen physiologischen Hufmechanismus zu erhalten oder wiederherzustellen. Die Möglichkeit der reibungslosen Veränderung der inneren Strukturen, der Position des Hufbeins sowie der Hornkapsel allgemein je nach Fußungsphase - ob das Pferd den Huf auffußt (unter Last stellt) oder abfußt (unter "Null - Last" nimmt) ist hier unerlässlich.


Ein wichtiger Funktionsfaktor ist auch die Ausscheidungsfunktion des Hufes. Stoffwechselstörungen zeichnen sich beispielsweise häufig nicht nur am Wandhorn, sondern auch an der Sohle sichtbar durch entsprechende Verfärbungen ab.

Auch Hufabszesse, umgangssprachlich Hufgeschwüre, sind eine Form wo der Organismus versucht, sich schädlicher Prozesse zu entledigen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und können rein bakterieller, mechanischer oder stoffwechselbedingter Natur sein.. Abszesse können zum Beispiel aus mangelhafter Hufbearbeitung entstehen, innerhalb derer sich Drucksituationen im Inneren der Hornkapsel bilden und entzündliche Prozesse entwickeln. Auch resultierend aus medikamentösen Behandlungen kann der Organismus mit einem Hufabszess reagieren. In allen Fällen ist ein Hufabszess der Versuch des Körpers entzündliche Prozesse, defektes Gewebe oder Giftstoffe abzutransportieren und auszuscheiden.

Die inneren Strukturen des Hufes

Über die Lamellenverbindungen im Inneren ist das Hufbein fest, aber auch elastisch mit dem Wandhorn verbunden.

 

Wo diese Lamellenverbindungen zusammen treffen, erkennt man an der Sohle des Hufes und wird als sogenannte "weiße Linie" bezeichnet.

Finden im Inneren des Hufes Zusammenhangstrennungen oder Funktionsstörungen dieser Lamellenverbindungen statt, wirkt sich das auf die gesamte Hufbeinaufhängung aus. Zusammenhangstrennungen zeigen sich vielfältig von Hufrissen und Spalten und im schlimmsten Fall erfährt die Hufbeinaufhängung so großen Schaden, dass es zur Hufbeinrotation kommt (vielfach Hufrehe).

Die Ursachen für Zusammenhangstrennungen der Lamellenverbindungen können ebenso bakteriell, mechanisch herbeigeführt (mangelnde Hufbearbeitung) oder stoffwechselbedingt sein.

innere Strukturen Huf

 

Das Bild rechts soll in erster Linie der Wahrnehmung des Betrachters dienen,  um sich einiger wichtiger Faktoren bewusst zu werden. Diese hier auszugsweise:

 

  • Wie verhalten sich die inneren Strukturen, wenn der Huf unter Last ist, also das Pferd aufgefusst hat?
Dabei weitet sich die Hornkapsel und das Hufbein nimmt eine tiefere Position ein.
  • Was passiert unter Anderem bei unphysiologisch langen Eckstreben?
Sie drücken mitunter auf die darüber liegenden Hufbeinäste.
  • Was passiert unter Anderem im Inneren der Hornkapsel, wenn ungleich hohe Wandüberstände (lateral und medial) an den Seitenwänden vorhanden sind?
Das Hufbein und die gesamte Hufbeinaufhängung kippt einseitig in die Richtung der niedrigen Wandbereiche und staucht die andere Seite hoch. Die inneren Strukturen geraten in die Selbe Dysbalance, die auch von außen an der Hornkapsel sichtbar ist (schiefe Hufe).

 

Dieser Artikel versteht sich als Einleitung zu weiterführenden Beiträgen zum Thema - "ohne Huf kein Pferd".

 

 

Copyright Text & Bild: Daniela Schinko, Hippovital.at

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