Mi

18

Jan

2017

Huf -Wissen - Funktion und innere Strukturen

 

Hufabszesse, dünne Sohle, "fühlige" Pferde, Stellungsfehler und Gangbildstörungen, brüchiges Wandhorn, im schlimmsten Fall Hufrehe.... Hufprobleme, über die in irgend einer Form nahezu jeder Pferdehalter irgend wann einmal klagt.

 

Viele dieser Probleme sind schlicht weg hausgemacht, und darauf möchte ich in einer darauffolgenden Artikel - Serie zum Thema "ohne Huf kein Pferd" eingehen und meine Sichtweise aus der Anatomie und Biomechanik darlegen. Die Beiträge dienen der Erklärung von Zusammenhängen, und nicht um bearbeitungstechnische "Fachsimpeleien" aufzugreifen.

 

Um Hufprobleme in ihrer Ursache zu erkennen, gilt es sich der Funktion des Hufes bewusst zu sein und seinen Blickwinkel zu ändern.

 

Der Huf ist kein "starrer Klotz" am Bein, sondern ein lebendiges, sich immer wieder erneuerndes Organ!

 

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Di

27

Sep

2016

Zufriedene Faszien - gesunder Pferderücken!

 

Ohne Faszien wäre im Körper nichts an seinem Platz!

 

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Mi

09

Dez

2015

Diagnose Arthrose - Teil 2 - therapeutische Begleitmaßnahmen

 

Im ersten Teil von "Diagnose Arthrose" ging es um auslösende Faktoren, und wie man als Pferdebesitzer der Krankheit weitgehend vorbeugen kann.

 

Die hier im zweiten Teil empfohlenen therapeutischen Maßnahmen beruhen auf meiner persönlichen Erfahrung, und setzen eine vorangegangene Diagnostik durch den behandelnden Tierarzt voraus. Selbige können und dürfen eine Beratung und Behandlung durch den Tierarzt nicht ersetzen!

Viel mehr möchte ich hier Informationen zu Therapiemöglichkeiten bereitstellen, die mit dem behandelnden Tierarzt besprochen werden können, um sie individuell auf den jeweiligen Patienten abzustimmen.

 

Wurde bei dem betroffenen Pferd die Diagnose Arthrose gestellt, kann die Therapie nur mehr darauf abzielen die zum Teil erheblichen Schmerzen zu lindern, und den Verlauf der Krankheit hinaus zu zögern. Eine Heilung ist nicht möglich.


Dabei gilt es primär die entzündlichen Prozesse auszuschalten, da sie zum einen die Schmerzen großteils hervorrufen, und zum anderen den Gelenkknorpel weiter schädigen.

Hier in Eigenregie Hausmittel (auch selbst gekaufte Kräuter!) zu verabreichen, in der Hoffnung dem guten Willen dem Pferd etwas Gutes zu tun, wird in den meisten Fällen unzureichend sein, zumal diese Mittel lediglich als unterstützend - begleitende Maßnahme zur tierärztlichen schmerz- und entzündungshemmenden Therapie angesehen werden kann.

 

Die Behandlung durch den Tierarzt erfolgt unter anderem je nach Stadium der Arthrose entweder medikamentös, durch durchblutungsfördernde und entzündungshemmende Einreibungen, oder Einspritzen von cortison- und/oder hyaluronhältigen Substanzen.  

Aus meiner persönlichen Erfahrung ist das Einspritzen ab einem gewissen Stadium in der Tat oft der einzige Weg zur vorübergehenden Schmerzfreiheit. Vielfach reicht auch eine subcutane Cortisoninjektion im Bereich des betroffenen Gelenkes völlig aus, und es muss nicht zwingend in das Gelenk injiziert werden.

 

 

Begleitmaßnahmen:

  • Kälte oder  Wärme?

Bei akuten Gelenkreizungen ist eine Therapie mit Eis eine empfehlenswerte Maßnahme, die sehr gut schmerzlindernd wirken kann..

Dabei erweisen sich für Bereiche an denen keine geeisten Bandagen angelegt werden können, sogenannte Eislollys als sehr nützlich.

 

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Mo

12

Okt

2015

Diagnose Arthrose - Teil 1 - auslösende Faktoren und vorbeugen


Gerade in der nass-kalten Jahreszeit arbeitet der Stoffwechsel auf Hochtouren um Wetterumschwünge,  die Zugluft, aber auch die Thermoregulation auszugleichen. Innerhalb des Gelenkstoffwechsels kann es gerade in dieser Zeit zu vermehrt entzündlichen Prozessen kommen, die sich sehr schmerzhaft auswirken.

 

Jedes Gelenk wird von einer Kapsel umhüllt, innerhalb derer die Gelenkschmiere, die Synovialflüssigkeit, produziert wird. Die Gelenkschmiere nährt den Gelenkknorpel.

Veränderungen im Stoffwechsel der Knorpelzellen können schlussendlich zur Arthrose führen, welche eine fortschreitende und unheilbare Gelenkerkrankung darstellt.

 

Ausgelöst wird die Stoffwechselstörung der Knorpelzellen, und damit die Gefahr zur Entstehung der Arthrose mitunter durch:

 

  • Fehlstellungen der Gliedmaßen

Eine Fehlstellung führt immer zu einer Überlastung der gesamten Gliedmaße einschließlich ihrer Bänder, Sehnen, und daran angeschlossenen muskulären Strukturen. Sie betrifft immer die gesamte Extremität und zieht sich vom Huf bis nach oben.

 

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Do

23

Jul

2015

Was der Schweif über den psychischen und physischen Zustand des Pferdes verrät


Der Schweif des Pferdes dient dem Schutz von Anus und Harnröhre,  der Kommunikation, der Balance und zur Insektenabwehr.

Je nach Haltung des Schweifes vermittelt das Pferd eine Form der Erregung, wenn dieser hoch getragen wird bei gleichzeitig federnden Tritten, ohne dass diese Erregung negativ behaftet sein muss. Man denke dabei beispielsweise an das Imponiergehabe.

Eine Form des Unwohlseins oder der Angst drückt das Pferd durch einklemmen des Schweifes aus, wobei zumeist die Kopfhaltung tief ist.


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So

05

Jul

2015

5 Übungen um die Beweglichkeit des Pferdes zu fördern

 

Ob Hitzewelle, Schlechtwetter-Phase oder andere Faktoren die zu einer Trainingspause des Pferdes führen können,-  Mobilisationsübungen sind ein wertvoller Beitrag für die Muskulatur und das Wohlbefinden des  Pferdes

Ich möchte in diesem Blog ein paar Übungen zur Förderung oder Erhaltung der Beweglichkeit zeigen, die das Pferd im Stand ausführt und somit eine körperliche Anstrengung weitgehend minimiert ist.

 

 

Vorweg sei erwähnt, dass die Übungen in die Kategorie der Dehnungen/Mobilisationen einzureihen sind, und diese nur an Pferden ohne bereits nachgewiesener oder erkenntlicher Probleme am Bewegungsapparat ausgeführt werden sollen. Im Zweifelsfalle ist stets der Tierarzt oder Therapeut zu fragen, ohne dass diese Übungen selbigen ersetzen können.

 

 

Bei der Dehnung unterscheidet man zwischen aktiver Dehnung und passiver Dehnung. Bei der aktiven Dehnung bewegt sich das Pferd selbstständig im Rahmen seiner eigenen Möglichkeiten. Die passive Dehnung kann vom Pferd nicht selbst durchgeführt werden, und geht im Ausmaß über die aktive Dehnung hinaus. Das passive Dehnen kann die Bewegungsamplitude verbessern, und fördert zu dem die Koordination des Pferdes und stellt allgemein ein sinnvolles Ergänzungs- und Erhaltungstraining dar, wenn das Pferd nicht auf herkömmlichen Wege gearbeitet werden kann.

 

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Di

19

Mai

2015

"Motor" Hinterhand, "Schaltzentrale" Kreuzdarmbeingelenk


Das Kreuzdarmbeingelenk (Iliosakralgelenk, kurz ISG) bereitet vielen Pferden Probleme. Mit diesem Artikel möchte ich ein Verständnis für diese Struktur schaffen  um Problemen vorzubeugen.

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Sa

14

Feb

2015

Gedanken zu "Dr. Internet" und wann es Zeit ist den Tierarzt zu rufen...


Wie gut kennst du dein Pferd wenn es gesund ist?

 

  • Kennst du sein Gangbild und Bewegungsmuster, sodass du auch weißt was unter unphysiologische Bewegungsmuster fällt?
  • Bist du in der Lage selbstständig eine genaue Lahmheitsdiagnostik durchzuführen?
  • Dein Pferd hustet? Bist du in der Lage zu unterscheiden, ob der Husten von den oberen- oder unteren Atemwegen kommt?
  • Bist du in der Lage eine korrekte Wundbehandlung durchzuführen?
  • Bist du in der Lage die PTA - Werte deines Pferdes abzunehmen?

 

 Ich wage zu behaupten, dass die Wenigsten, die Tag für Tag in diversen Pferdeforen und Facebook-Gruppen um Hilfe fragen und von selbsternannten "Experten", ich nenne sie mal "Dr. Internet" , nicht nur Ratschläge sondern auch (Fern-) Diagnosen gestellt bekommen, dazu in der Lage sind lediglich diese fünf Fragen mit klarem "JA" zu beantworten.

Und der kleine Prozentsatz, der fachkundig ist, wir in seinen Kommentaren selten bis gar nicht spekulativ antworten, sondern in der Regel immer dazu raten den "Fachmann" Vorort zu holen.

 

Ich persönlich rate dazu, im Zweifelsfalle immer sofort mit dem Tierarzt zumindest telefonisch Kontakt aufzunehmen. Durch die Schilderung im Gespräch kann der Tierarzt ganz gut abschätzen, und vor allem auch verantworten (!) ob die sofortige Visite angebracht ist, oder ob der Besitzer das Pferd einfach unter Beobachtung halten soll. In der Regel sagt der Tierarzt genau, worauf der Besitzer in den folgenden Tagen achten soll und schlägt vielleicht auch ein Medikament vor, dass der Besitzer während dessen eigenständig verabreichen kann.

Du schützt mit diesem Erstgespräch dein Pferd, denn sollte sich sein Zustand verschlechtern, ist der Tierarzt zumindest von Beginn des Verlaufes an instruiert und kann deinem Pferd dann auch schneller helfen weil er nicht erst Zusammenhänge und Informationen beschaffen muss.

 

Die Gefahr bei "Dr. Internet" ist meiner Meinung gar nicht so sehr der Ratschlag an sich, sondern dass einfach die zielgerichtete Diagnostik fehlt. Husten ist nicht gleich Husten und so kann ein falsch "behandelter" kleiner Infekt der oberen Atemwege sich rasch zu einem chronischen Problem der tiefen Atemwege ausbreiten. Darum ist es sehr wichtig, jeden Huster ernst zu nehmen und das Pferd abhören zu lassen, wo der Infekt sitzt um einen irreparablen Schaden zu mindern. Die gut gemeinten Kräutertipps aus den Foren können die Arbeit des Tierarztes gut unterstützen, aber sprecht es bitte direkt mit den TA ab!

 

Thema Lahmheit - Das Pferd als Fluchttier ist sozusagen Meister im Kompensieren. Bis eine Lahmheit offensichtlich gezeigt wird, versucht das Pferd diese durch Ausgleichsbewegungen zu übergehen und so erscheint ein oft sehr unklares und schwammiges Bild. "Dr. Internet" wird unter Umständen sogar die Lahmheit erkennen, aber mögliche Folgeschäden aus der Ferne nicht beurteilen können und so den Heilungsverlauf erschweren und mit Sicherheit verzögern. Ein Pferd, dass erst 10 Tage nach auftreten der Lahmheit dem Tierarzt vorgestellt wird, erschwert die Diagnostik ungemein weil sich der Kreislauf der beeinträchtigten Gliedmaße schon durch den gesamten Körper gezogen hat.

 

Ein gutes Kommunikationsverhältnis mit dem Tierarzt schützt nicht nur dein Pferd, sondern auch deinen Geldbeutel. Wenn der Tierarzt die Möglichkeit bekommt, dem Pferd zeitnah Hilfe zu leisten, wird er anders vorgehen können hinsichtlich Diagnostik und Therapiemaßnahmen, als wenn schon Zeit verstrichen ist in der das Pferd gar nicht oder falsch behandelt wurde auf Rat von "Dr. Internet".

 

Ich persönlich finde es immer sehr traurig wenn der finanzielle Aspekt im Vordergrund steht, "Dr. Internet" dem Haustierarzt vorzuziehen. Jeder Tierarzt hat nach seinem Studium einen (hippokratischen) Eid abgelegt. Darunter verpflichtet er sich mitunter, dem Tier zu helfen und verantwortungsbewusst zu handeln. Doch in welchem Rahmen er das tatsächlich auch tun KANN, das bestimmst (leider) du als Besitzer... Pflege ein gutes Verhältnis zu deinem Tierarzt, denn du wirst ihn früher oder später brauchen wenn "Dr. Internet" versagt! 

Selbstverständlich kostet Leistung Geld. In der Regel setzt sich das Honorar aus der Visite ( Zeitaufwand), Materialkosten (Spritzen, Verbandszeug...), Medikamenten, Anfahrtskosten, eventueller bildgebender Diagnostik (Ultraschall, Röntgen...) sowie Aliquot aus Versicherung, steuerlichen Abgaben, Fahrzeug etc.pp. zusammen und davon soll möglichst noch ein Gewinn übrig bleiben, von dem der Tierarzt lebt. Ich kenne aus meinem 10-jährigen Klinikalltag wirklich keinen Tierarzt, dem so "langweilig" ist nur wegen ein "paar Euro" für die Visite zu einem Pferd zu kommen wenn es nicht nötig erscheint, dafür ist jeder froh über eine gute Kommunikation mit dem Patientenbesitzer und kaum einer wird für einen "Fehlalarm" so viel Geld verlangen, dass er davon reich wird.

 

Ich kann dennoch nur raten, bilde dich weiter und lerne selbst dein Pferd so gut wie möglich kennen. Lerne über die Muskulatur und Bewegungsabläufe, lasse dir von einem Fachmann Vorort zeigen wie du in groben Zügen deinen Sattel und deine Zäumung auf Passgenauigkeit prüfen kannst, mache einen Hufkurs (auch bei beschlagenem Pferd!) und besuche einen Erste-Hilfe-Kurs für Pferde - so kannst du im Notfall selbst ganz gut abschätzen, wann es Zeit ist, den "Fachmann" zu holen.

 

Auch solltest du die PTA-Werte deines Pferdes kennen. PTA steht für Puls, Temperatur und Atmung. Du solltest diese Werte von deinem gesunden (!) Pferd kennen um im Notfall richtig reagieren zu können.


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Do

15

Jan

2015

Die Muskulatur des Pferdes - Funktionsstörungen & Auswirkungen

 

Ich definiere Leistung - auf das Pferd und die Ausbildung bezogen - primär mit allem was der Mensch vom Pferd verlangt, und sozusagen ein "künstliches" Verhalten oder Handlungen darstellt.

So betrachte ich beispielsweise das erste Anlegen des Halfters beim Fohlen, wie das Führen am Strick genauso als Leistung wie korrekte Gangartwechsel an der Longe, jede weiterführende Arbeit unter dem Sattel, aber auch den entspannten Spaziergang oder Ausritt.

 

Nichts von all dem ist als selbstverständlich hinzunehmen, selbst beim älteren und ausgebildeten Pferd nicht!

Dabei gilt es sowohl die körperlich erbrachte, als auch geistige Leistung zu erkennen, und in jedem Fall zu würdigen.

 

Oft höre ich von Pferdebesitzern: "Ich gehe nur im Schritt ins Gelände. Da braucht mein Pferd ja nichts zu tun..."

Aus meiner Sicht erbringt das Pferd unter Umständen sogar HOCHLEISTUNG! Nämlich dann, wenn es aufgrund seines Trainingszustandes (zum Beispiel fehlerhaft ausgeprägte, oder kaum vorhandene Muskulatur, sowie Muskelatrophien) dazu gar nicht in der Lage ist.

 

Untrainierte Pferde sind häufig schon alleine mit dem Reitergewicht überfordert, was eine enorme körperliche Belastung darstellt.

Diese Belastung verschärft sich, wenn der Reiter einen unausbalancierten Sitz hat, und das Pferd nicht nur im Rücken, sondern auch in seinem allgemeinen Gleichgewicht stört.

Das Pferd erbringt dann nicht nur körperliche Leistung, sondern auch geistige. Die Konzentration, sich ständig neu ausbalancieren zu müssen, ist enorm gefordert.

 

Generell gilt, jegliche Überlastung der Muskulatur, sei es nun, dass einzelne Muskelgruppen in ihrer Funktion gestört sind, oder der Körper generell Leistung erbringen muss, auf die er nicht ausreichend vorbereitet ist, wird sich im Pferdekörper auf verschiedene Weise wiederspiegeln.

 

Aus einer Überlastung kann leicht eine muskuläre Verspannung entstehen, die sich auf den gesamten Organismus auswirkt. Ein verspannter Muskel ist minderdurchblutet und sowohl in seiner Funktion, als auch im Muskelstoffwechsel gestört.

 

Da über die Muskulatur auch die Stellung der Gelenke geregelt und beeinflusst wird, kann es in Folge von muskulären Verspannungen zu Gelenksblockaden, und daraus resultierender Schonhaltung des Pferdes führen.

 

Hat das Pferd einmal eine Schonhaltung eingenommen, überbeansprucht es zur Schonung der funktionsgestörten Bereiche im Körper andere Körperteile. Dabei müssen Muskelgruppen Arbeiten verrichten, für die sie nicht vorgesehen sind und arbeiten kompensatorisch, also ausgleichend.

 

Der Schmerz begleitet das Pferd mehr oder weniger durch sämtliche Funktionsstörungen und deren Auswirkungen.

Um Folgeschäden zu vermeiden, gilt es jegliche Anzeichen von Funktionsstörungen frühzeitig zu erkennen, zu lösen und sich der ganzheitlichen Betrachtung des Pferdekörpers bewusst zu sein.

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Fr

17

Okt

2014

Zielgerichtetes Entwurmen schützt!

Verschiedene Wurmarten, wie Spulwürmer, Pfriemenschwänze, große und kleine Stongyliden, Dasselfliegen oder Magenwürmer können unsere Pferde befallen.

 

Die Würmer schlüpfen als Larve und machen im Zuge ihrer Reifung eine Körperwanderung. Innerhalb der Wanderung können sie in den betroffenen Organen, beispielsweise in der Leber, den Blutgefäßen, der Lunge oder auch im Gehirn oder Rückenmark erheblichen Schaden anrichten.

 

Die Larvenwanderung dauert einige Monate und endet in ihrer Entwicklung zum ausgewachsenen Wurm im Darm des Pferdes. Durchfall, Koliken, aber auch der totale Darmverschluss welcher schlussendlich zum Tod des Pferdes führen kann, sind mögliche Ursachen abhängig vom Verwurmungsgrad des Tieres.

 

Dasselfliegen setzen ihre Larven an den Beinen der Pferde ab. Erkennbar ist das an kleinen gelblichen Punkten, den Eiern der Dasselfliege. Bleiben die Eier unendeckt oder werden vom Besitzer nicht entfernt (abkratzen, Larvenkamm etc.), nimmt das Pferd diese durch den ausgelösten Juckreiz mittels benagen oder lecken an den entsprechenden Stellen auf. Die Larven gelangen über die Maulschleimhaut in die Speiseröhre bis zum Magen, wo sie sich schlussendlich festbeissen und in mehreren Stadien zur Puppe weiterentwickeln.

Der beste Entwurmungszeitpunkt gegen Dasselfliegenlarven ist von Ende November bis Anfang Dezember da hier das Larvenstadium noch vor der Puppe steht. Geeignete Wirkstoffe sind Moxidectin oder Ivermectin.

Bandwürmer können starken Gewichtsverlust, wie massive Koliken verursachen. Aufgrund der besseren Magenverträglichkeit empfiehlt es sich, gegen Bandwurm gesondert zu entwurmen.

Kleine Srongyliden - fast alle Pferde sind von ihnen befallen. Sie leben vorwiegend im Dünndarm des Pferdes, was nicht nur zu einem enormen Nährstoffdefizit, sondern auch zu einer eingeschränkten Darmtätigkeit und daraus resultierender Verstopfung bis hin zu starken Koliken führen kann. Während ihrer Entwicklungszeit kapseln sich kleine Strongyliden vorübergehend ein. Kotproben, die im Oktober oder November entnommen werden, zeigen aufgrund der Einkapselung oft wenig bis gar keine Strongyliden an. Der beste Zeitpunkt zum Entwurmen ist von Februar bis März mit dem Wirkstoff Moxidectin.

 

Um die entsprechenden Würmer bereits im Larvenstadium abzutöten, erweist sich ein zielgerichtetes Entwurmen mit geeignetem Wirkstoff als sinnvoll!

 

Moxidectin wirkt gegen sämtliche Wurmarten, ausgenommen Bandwurm.

Ivermectin wirkt nicht gegen eingekapselte kleine Stongyliden.

Pyrantel wirkt nicht gegen Magenwürmer, Dasselfliegen, eingekapselte kleine Strongyliden und Bandwürmer.

Benzimidazol gleiches Wirkumsspektrum wie Pyrantel.

Praziquantel wirkt ausschließlich gegen Bandwürmer.

 

Zielgerichtet ist gewissermaßen sowohl die selektive, als auch die strategische Entwurmung.

 

Bei der selektiven Entwurmung wird das Pferd erst dann mit dem entsprechenden Präparat entwurmt, wenn mehr als 200 Wurmeier pro Gramm Kot nachgewisien werden. Der Vorteil liegt in der Hemmung der Resitenzbildungen, welche mitunter durch zu häufige Gaben des selben Wirkstoffpräparates entstehen können. Der Nachteil des selektiven Entwurmens stellt aus meiner Sicht dar, dass beispielsweise kleine Strongyliden während sie sich in ihrem natürlichen Entwicklungsstadium einkapseln (Oktober, November) in Kotproben über einige Monate hinweg unbemerkt bleiben. Durch äußere Faktoren, wie beispielsweise Erhöhung der Temperatur oder des Sonnenstandes kann es schlagartig zu einem massenhaften Austritt dieser eingekapselten kleinen Strongyliden kommen. Blutungen, verursacht durch die aus der Schleimhaut ausgetretenen Larven, können je nach Befall sehr star sein und stellen für viele Pferde auch eine Todesursache dar.

 

Bei der strategischen Entwurmung wird 4 mal im Jahr entwurmt. Da diesen planmäßigen Entwurmungen oft keine Kotproben zu Grunde liegen, werden vielfach falsche, oder immer wiederkehrend die selben Präparate in zu niedrigen Dosierungen verabreicht, was zu Resistenzen führen kann.

Bei Pferden bis zum 5. Lebensjahr erweist sich die strategische Entwurmung 4 mal im Jahr als durchaus sinnvoll.

 

Beispiel eines Entwurmungsplanes:

1. Entwurmung: März, Wirkstoff Moxidectin (z.B. "Equest")

2. Entwurmung: Juni, "Noromectin"

3. Entwurmung: September, Ivomectin + Bandwurm (z.B. "Droncit)

4. Entwurmung: Dezember, "Eraquell"

 

Ab dem 5. Lebensjahr können aus meiner Sicht zwei strategische Entwurmungen ( beispielsweise: März eingekapselte kleine Strongyliden, Dezember Dasselfliegenlarven) im Jahr ausreichen, sofern zwischenzeitig Kotproben untersucht werden und gegebenenfalls dann selektiv entwurmt wird.

 

Weidepflege in Form von Vermeidung der Überweidung, sowie Entsorgung des Pferdemistes auf den Koppeln kann den Wurmbefall des Pferdebestandes im Rahmen halten, denn jedes Pferd lebt immer mit einer gewissen Anzahl an Parasiten und kommt, sofern diese nicht überhand nimmt, auch damit zurecht ohne dass der Organismus Schaden nimmt. Auch empfiehlt es sich, das Körpergewicht der Pferde in gewissen Abständen durch wiegen zu überprüfen um falsche oder unzureichende Dosierungen zu vermeiden.

 

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Fr

17

Okt

2014

Fit durch den Winter - Gedanken zur Ernährung

Der Magen-Darmtrakt des Pferdes ist auf kontinuierliche Nahrungsaufnahme ausgelegt.

Das Pferd ist sozusagen ein „Dauerfresser“, und würde von Natur aus kaum längere Fresspausen als 4 Stunden einlegen. Da der Magen eines mittelgroßen Pferdes mit ca. 15-20l ein verhältnismäßig geringes Fassungsvermögen hat, muss dem Pferd die Möglichkeit gegeben werden, kleine Mengen über den Tag verteilt zu sich zu nehmen um den Magen nicht zu übersäuern und das Kaubedürfnis in psychischer Hinsicht zu befriedigen. 

 

In vielen Einstellbetrieben sind diese Fresspausen aufgrund des Stallmanagements erheblich länger, was mitunter erhebliche Folgen für die Gesundheit, aber auch für die Psyche der Pferde hat. 

 

Ein Beispiel, wie ich es leider oft erlebe:

 

In vielen Ställen wird Heu in 2 Rationen pro Tag angeboten, gegen 18 Uhr wird die Abendfütterung gemacht. Bezüglich der angebotenen Menge, kann ich nur dazu raten, die angebotenen Rationen immer wieder durch Abwiegen zu überprüfen, da vielfach das Volumen vom Heu täuscht und die Ration häufig nicht dem entspricht, was das Pferd eigentlich zu sich nehmen sollte, nämlich je nach Pferdetyp und Arbeitspensum ca. 1 bis 3 Prozent seiner Körpermasse pro Tag. Gerade Großpferde sind hier am häufigsten betroffen!

 

Ein Pferd im Erhaltungsbedarf (= ohne Arbeit) soll je nach Haltungsform zumindest 1,5kg Heu pro 100kg Körpergewicht zu sich nehmen können.

 

Die vielfach zu gering bemessene Heuration ist in meinem Beispiel um 21 Uhr aufgefressen. Man kann sich vorstellen, was das für den Dauerfresser Pferd bedeutet, wenn erst morgens um 7 Uhr wieder die nächste Mahlzeit kommt... Häufig wird dann, sofern das Pferd auf Stroh steht dieses aufgefressen, was wiederum zu Problemen im Verdauungstrakt und Stoffwechsel (Stroh bildet AMMONIAK im Verdauungsvorgang) führen kann. Stroh ist mitunter schwer verdaulich, da es vom Pferd nur zu rund 35% verwertet werden kann. Im schlimmsten Fall kann dies zu sogenannten Anschoppungskoliken führen. Pferde die auf Spänen stehen stillen ihr Kaubedürfnis häufig durch benagen von Holz, Boxenwänden oder auch Kotfressen.

 

Die Fütterung aus Heunetzen kann hier eine sinnvolle Lösung sein! Heunetze gibt es in unterschiedlichsten Größen und mit verschieden Maschenweiten.

Die Vorteile liegen darin, dass die Menge bedarfsgerecht gewählt werden kann, und das Pferd ohne unphysiologisch lange Fresspausen über die Nacht kommt. Außerdem bedeuted es weniger Verlust für den Stallbetreiber, da das Heu nicht mehr in der Box verstreut, und eventuell darauf gemistet wird.

Zu beachten gilt immer die Netze so anzubringen, dass sich kein Pferd mit den Hufen darin verfangen kann, die Pferde aber trotzdem möglichst tief ihre Kauposition haben!

 

Bei Pferden in Offenstallhaltung muss hinsichtlich der angebotenen Ration auch bedacht werden, dass die Pferde über die Nahrung Energie speichern und den Wärmehaushalt regulieren! Offenstallpferde haben, da sie allen Witterungsverhältnissen ausgesetzt sind schon einen gänzlich anderen Erhaltungsbedarf als beispielsweise Boxenpferde.

 

Wird bei Offenstallpferden die Ration nicht der Jahreszeit entsprechend angepasst, neigen diese Pferde oft zu drastischen Gewichtsverlusten. Zu dem kommt, dass sie häufig auch frieren - Nahrung ist Energie, Energie wird auch umgewandelt in Wärme und Körpertemperatur. Ich rate immer, an den Innenschenkeln der Hinterhand zu überprüfen wie die Körpertemperatur ist, und das Pferd gegebenenfalls mit einem leichten Wetterschutz einzudecken. Sich hier "aus Prinzip" gegen eine Decke auszusprechen wäre falsch und der Gesundheit des Pferdes nicht dienlich. Jeder kann selbst nachempfinden wie sich auch die Muskulatur verspannt, wenn man friert - das Pferd empfindet das in solchen Fällen genauso!

 

Heu ad libitum - also zur freien Entnahme unbegrenzt zur Verfügung zu stellen, stellt sicher die Fütterungsvariante dar, die der Natur des Pferdes am Nächsten kommt. Während der Umstellungsphase von der rationierten Fütterung zu Heu ad libitum kann es vorkommen, dass manche Pferde nahezu pausenlos zu fressen scheinen.

 

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Trainingstage österreichweit und im benachbarten Ausland -Termine auf Anfrage.

 

Mail: info@hippovital.at

Tel: +43 (0) 664/ 503-26-33

 


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